Die anspruchsvollen Aufgaben der Steuerberatungskanzlei

29 Oktober 2019
 Kategorien: Steuerberater, Blog

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Die Steuerberatungskanzlei wird von Steuerberatern geführt. Das sieht das Steuerberatergesetz vor. Sind mehrere Steuerberater dort tätig, so können sie entweder Teilhaber einer Gemeinschaftskanzlei oder aber Angestellte sein. Neben ihnen arbeiten dort angehende Wirtschaftsprüfer, Betriebswirte, Steuerfachangestellte, Bürokaufleute sowie die Auszubildenden von bis zu drei Jahrgängen. Diese Berufsgruppen werden als Angestellte geführt, da die Teilhaberschaft das bestandene Steuerberaterexamen voraussetzt.

Meistens gehören zu einer Steuerberatungskanzlei weitere Kooperationspartner. So arrangieren sich einige Beratungsgesellschaften regional, national und international. Sie übernehmen dabei auch die Rechtsberatung. Um dieses spezielle Beratungsgebiet abzudecken, werden Rechtsanwälte als Partner oder Angestellte eingebunden. Diese müssen eine auf das Steuerrecht bezogene Zusatzausbildung absolvieren. Erst wenn diese von der Rechtsanwaltskammer akzeptiert worden ist, dürfen sie die Mandanten beraten und eventuell auch vor Gericht vertreten.

Die zentralen Aufgaben der Steuerberatungskanzlei bestehen in der Steuerberatung und der Erstellung der Buchhaltung. Für diese nehmen sie auch den Jahresabschluss vor. Zur Steuerberatung gehören beispielsweise die Einkommens- und Körperschaftssteuererklärung. Ferner können die Partner und ihre Angestellten Erbschaftssteuererklärungen und die Gewerbesteuererklärung erstellen.

Die Finanzbuchhaltung obliegt entweder dem Unternehmer, der sie von seinem Arbeitnehmer führen lässt oder einem beauftragten examinierten Steuerberater. Selbstständige Buchhalter dürfen nur Teilbereiche dieser Aufgaben selbstständig und im eigenen Namen übernehmen.

Zuerst ermittelt der Steuerberater für seinen Mandanten den richtigen Kontenrahmen. Danach erstelle er die Kontenpläne, die beispielsweise in DATEV eingepflegt werden. Die Datev e. G. ist eine Genossenschaft, der nur Steuerberater und Steuerberatungskanzleien angehören können. Über ein Cloud-System kann jedes Release zeitnah auf den Servern der Mitglieder eingespielt werden. Sobald die Finanzbuchhaltung in Datev eingerichtet wurde, buchen die Steuerfachangestellten die laufenden Geschäftsvorfälle ein. Diese erhalten online von den Kunden, sobald die Eingangsrechnungen eingehen. Gleiches gilt für die Ausgangsrechnung. Am Ende des Monats erstellen der Steuerberater die Betriebswirtschaftliche Auswertung sowie die vorläufige Umsatzsteueranmeldung. Der Datentransfer erfolgt zeitnah an das Finanzamt, das entweder die Vorsteuer an den Steuerpflichtigen überweist oder die Umsatzsteuer einzieht.

Am Ende des Geschäftsjahres erstellt die Steuerberatungskanzlei, beispielsweise MerzArnoldWüpper, für die Mandaten die Jahresabschlüsse. Nachdem der Auftraggeber diese Unterlagen unterschrieben hat, leitet der Steuerberater die passenden Unterlagen an das Finanzamt weiter. Bei der Betriebsprüfung tritt der Steuerberater als Berater des Mandanten auf. Alle Fragen des Betriebsprüfers werden dann nur von ihm beantwortet. Zu diesem Zweck erstellt der Beamte des Finanzamtes eine Liste von Fragen sowie Unterlagen, die er für seine Arbeit genötigt. Der Steuerberater sammelt diese Informationen und bespricht die Punkte mit seinem Mandanten. Sobald die beiden alle Fragen geklärt und die entsprechenden Unterlagen zusammengestellt haben, übergibt der Steuerberater der Steuerberatungskanzlei die Daten an die Finanzverwaltung.

Steuerberatungsgesellschaften erstellen außerdem Steuerbelastungsvergleiche. In diesen werden unterschiedliche Unternehmens- und Steuermodelle im Detail verglichen. Die für den Mandaten günstigste Alternativen werden ihm dann vorgeschlagen.